SV-Support Online - Digitale Formate im AdB

Bericht über das digitale SV Seminar

7. August 2020

Wie lässt sich unsere Arbeit trotz den Einschränkungen durch Corona gestalten? Hier ein Einblick in das SV Seminar mit der Schule am Seminarweg, welches kurzfristig ins WorldWideWeb verschoben wurde.

Coronabedingt kam die klassische politische Bildungsarbeit der JugendAkademie Segeberg, wie auch so vieler anderer Jugendbildungsstätten erst einmal zum Erliegen. Um weiterhin Kinder und Jugendliche in Beteiligungsprozessen zu unterstützen wurde in Kooperation mit dem AdB ein neues Projekt für die Schülervertretung der Schule am Seminarweg in Bad Segeberg initiiert.
Seit zwei Jahren kooperieren die JugendAkademie Segeberg bereits mit der SV und der zugehörigen Verbindungslehrerin der Schule. Dabei unterstützen sie den Prozess der Partizipation der Schülerinnen und Schüler in ihrem Schulalltag. Durch den Ausbruch von Corona kam auch die Schülervertretungsarbeit, wie auch die Arbeit vieler anderer Gremien an ihre Grenzen. Obwohl gerade in dieser Situation die aktive Einbindung der SV wichtig ist. Sie stand damit vor der Herausforderung ihre Arbeitsprozesse notgedrungener Weise in die digitale Welt zu transferieren, ohne ihre Produktivität und den Spaß einzubüßen.
In einem Vorgespräch mit der SV wurde deutlich, dass die SV Arbeit an die aktuelle Lage angepasst und fortgeführt werden sollte. Es gab nämlich noch einige ausstehende Themen, die die SV aufgrund der aktuellen Situation nicht bearbeiten konnte. Dank der gemeinsamen Kooperation mit dem Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V. (AdB) sowie einer Förderung durch den Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) konnte kurzerhand ein neues Format entwickelt werden: SV-Support Online!
Im Rahmen dieses Projektes traf sich die SV mit ihren zehn Mitgliedern (Alter zwischen 13 und 16) und ihrer Verbindungslehrkraft wöchentlich per Videokonferenz mit einem Teamer der JugendAkademie, um Unterstützung bei ihrer SV-Arbeit, auch in diesen ungewöhnlichen Zeiten, zu erhalten. Abschließend möchten wir einen kurzen Einblick in die Veranstaltungen geben, um weitere SV-en, aber auch politischen Bildner*innen zu motivieren, die Möglichkeiten des digitalen Raumes zu nutzen:

"Zuerst wurden für die digitalen Meetings Umgangsregeln festgelegt. Da die persönliche Interaktion und vor allem die Reaktionen der andern Gruppenmitglieder fehlten musste sich die Gruppe einen Ersatz hierfür suchen, auch die Reihenfolge des Sprechens musste sich erst einspielen. In einem Brainstorming wurden die Probleme gesammelt und in einer anschließenden Diskussion Lösungsmöglichkeiten erörtert. Dieses führt zum aktiven Einfordern von Rückmeldungen, einem Meldesystem und einer höheren Bereitschaft zur Verwendung der Kamera. Auch wurde deutlich das Verbindlichkeiten in der digitalen Arbeit den gleichen Stellenwert haben. Dies legte die Grundlagen für die folgenden Aufgaben.
So wurde eine neue Satzung für die Schülerschafft entworfen. Dem voraus ging ein gemeinsames Erschließen der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie der Diskurs über die zukünftige Gestaltung der SV. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass durch den Austausch das Profil und die Aufgaben der Schülervertretung allen Beteiligten noch einmal deutlich wurden. Bewusst wurde so, dass sich die Interessensvertretung einzelner Schüler*innen ohne persönlichen Kontakt schwer umsetzen ließ. Um für die Schüler*innen auch beim Homeschooling ansprechbar zu sein, richtete sich die SV eine Schulmailadresse ein und legte sich gleich noch einen digitalen SV-Raum an. Somit ist sowohl die Erreichbarkeit langfristig gesichert sowie eine Plattform eingerichtet mit deren Hilfe Protokolle, Beschlüsse und Dateien für jeden verfügbar und dauerhaft aufrufbar sind. So konnten die abwesenden Mitglieder sich selbstständig informieren und bei einer späteren Übergabe der SV an ihre Nachfolger dürfte der Wissensverlust geringer ausfallen.
Aber auch das Tagesgeschäft wurde organisiert und geplant. Das neue Schuljahr soll mit einer Mottowoche beginnen, welches mit dem erarbeiteten Ziel kongruent ist den Schulalltag für alle schöner zu gestalten und die Identifikation mit der Schule zu erhöhen. Für denselben Zweck wurde auch die Werbung für und Anschaffung von Schulpullovern beschlossen, sowie die Begrüßung der neuen fünften Klassen organisiert. Während des ganzen Prozesses erfolgte begleitend zwischen der Verbindungslehrkraft und dem Teamer der JugendAkademie Segbeberg ein hoher Austausch, um eine reibungslose Arbeit der Schüler*innen zu ermöglichen. Ganz nach dem Grundsatz der Partizipation im Rahmen der Möglichkeiten, sowohl der Schüler*innen als auch der Schule.
Zum Ende des Schuljahres war das Feedback über die erreichten Ziele, als auch die generelle Wiederaufnahme der Arbeit in der SV bei allen Schülerinnen und Schülern einhellig äußerst positiv. Das Format zeigt hohes Potenzial, um zukünftig die Zusammenarbeit mit Schülervertretungen zu digitalisieren, bzw. um die Arbeit um diesen Aspekt zu ergänzen."